Eva Lezzi
Autorin

 

Leseprobe Roswitha heiratet

  © Anna Adam
 

Sieben Tage und sieben Nächte lang sperrt sich Roswitha zu Hause ein. Sie schaut nicht aus dem Fenster und nicht in den Spiegel, sie geht nicht ans Telefon und nicht an die Tür, obwohl ab und an jemand klingelt und klopft. Nach sieben Tagen aber hat Roswitha alle Nudelvorräte und alles Apfelmus aus der Speisekammer aufgegessen, und auch der süße Griesbrei, den sie sich gekocht hat, ist längst bis auf den allerletzten Rest aus dem Topf gekratzt.

Als Roswitha sich endlich wieder aus dem Haus traut, wird sie tatsächlich von vielen ausgelacht. Die Leute lachen auch über Pedro. Wenn Roswitha und Pedro gemeinsam spazieren gehen, zeigen die Leute mit dem Finger auf die beiden und tuscheln hinter ihnen her. Irgendwann aber interessieren sich die Bewohner des Städtchens wieder mehr für andere Dinge. Da hat beispielsweise ein Fischer einen fast zwei Meter langen Hecht gefangen, ein Polizist hat seine Dienstpistole verloren, die Bundespräsidentin besucht das Städtchen und hält auf dem Marktplatz eine Rede, und der Hundezüchterverein veranstaltet einen Schönheitswettbewerb für Pudel und Dackel.

 

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